Auf dieser Seite berichten wir über vergangene Veranstaltungen unseres Vereins.

Inhaltsverzeichnis


2025


Forum Waldkontroversen 2025

„Wie viel Staat braucht der Wald? – Förderung. Regulierung. Eigenverantwortung.“

Das Forum Waldkontroversen wird seit 2017 an der Universität Bayreuth vom Ökologisch-Botanischen Garten (ÖBG), dem Bayreuther Zentrum für Ökologie und Umweltforschung (BayCEER) und der Campus Akademie für Weiterbildung zu aktuellen Fragen rund um den Wald und die Forstwirtschaft ausgerichtet. Die Veranstaltung im Herbst 2025 stand unter dem Titel „Wie viel Staat braucht der Wald? – Förderung. Regulierung. Eigenverantwortung.“ Erstmals war unser Verein Forum Zukunftswald e.V. als Mitveranstalter beteiligt.

Einen ausführlichen Bericht finden Sie auf den Seiten der Universität Bayreuth: hier klicken.


2. Mengersdorfer Waldtag zum Thema „Wald und Wild“

Anlässlich des Mengersdorfer Dorffestes veranstaltete das Forum Zukunftswald e.V. unter Mitwirkung von Albrecht Roth (Förster am Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Bayreuth-Münchberg), Ralph König (Waldbesitzer und Dipl.-Ing. Forstwirt), der Waldbesitzervereinigung Hollfeld und der Jägerschaft am Sonntag, den 12. Oktober 2025, den 2. Mengersdorfer Waldtag, diesmal schwerpunktmäßig zum Thema „Wald und Wild“.

Im Rahmen von Waldexkursionen und in einem Vortrag wurde das Vegetationsgutachten zur Einschätzung der Auswirkungen von Rehwildverbiss auf die Verjüngung der Baumarten vorgestellt und mit Privatwaldbesitzenden diskutiert. Am Gutshof Mengerdorf informierten den ganzen Tag über der Verein sowie die Studierendengruppe „Klimawald Bayreuth“ unter anderem über die Auswahl zukunftsfähiger Baumarten in Zeiten des Klimawandels. An einem Parcours konnten Besucherinnen und Besucher ihre Kenntnisse der Baumarten überprüfen. Für Kinder – und Erwachsene – gab es eine Mitmachstation mit Baumscheibenpuzzle und Blättermemory.

Mit dem Jagdpächter des Mengersdorfer Reviers, Oliver Heinekamp, mit Friederike Barth-Kruse, Alexander Hugel und Peter Müller vom Jägerverein Kulmbach konnten Kinder, oft unterstützt durch Eltern und Großeltern, von einem Hochsitz aus auf die Suche nach Wildtieren gehen, die als Präparate naturnah versteckt waren. Fuchs, Dachs, Wanderfalke und Co. wurden so ausfindig gemacht und den jungen Entdeckern wildbiologische Besonderheiten erläutert. Das mitgeführte Wildlandmobil ermöglichte anhand des nachgestalteten Lebensraums weitere Blicke auf unsere Wildtierwelt. Erfreulich war das von den Entdeckern offenbarte Fachwissen zu vielen Wildtieren, das am Waldtag am Lernort Natur erweitert werden konnte.

Die Resonanz auf unser Angebot war gut. Vorteilhaft war, dass der Waldtag im Rahmen des Dorffests Mengersdorf stattfand und so auch die Besucher des Festes zu Waldthemen angesprochen werden konnten.

Bericht: Gregor Aas
Fotos: Marianne Lauerer (links) und Gregor Aas (rechts)


Naturverjüngung und jagdliches Management im Fokus:

Wiederbewaldung von Schadflächen im Frankenjura
(Waldgenossenschaft Plankenfels)

Halbtages-Exkursion mit Übung

Am Rande der Fränkischen Schweiz liegt die Waldgenossenschaft Plankenfels, in der Bürgerinnen und Bürger ideelle Anteile an rund 140 Hektar Wald besitzen und diesen gemeinschaftlich bewirtschaften. Die überwiegend von Fichte und Kiefer geprägten Bestände leiden zunehmend unter den Folgen des Klimawandels.

Im Rahmen einer Exkursion am 20. September 2025, organisiert vom Forum Zukunftswald e.V., stand die Verjüngung geschädigter Flächen mit dem Ziel im Mittelpunkt, klimaangepasste Waldbestände für die Zukunft zu begründen. Die Exkursionsleiter Ottmar Ruppert und Ralph König vermittelten den rund 30 Teilnehmenden eindrucksvoll das große Potenzial der Naturverjüngung. Dabei wurde deutlich: Eine Pflanzung ist nur dort erforderlich, wo sich für die Zukunft notwendige Baumarten nicht von selbst ansamen. Entscheidend für die Entwicklung stabiler Jungbestände ist die gezielte Förderung und der Schutz jener Baumarten, die am jeweiligen Standort als zukunftsfähig gelten – etwa Eiche, Feld-Ahorn oder Edelkastanie.

Bei der praktischen Pflege der Jungbestände genügt es, punktuell in größeren Abständen nur jene Individuen zu fördern, die für einen zukünftigen Altbestand benötigt werden. Auf den dazwischenliegenden Flächen wird bewusst nicht eingegriffen, um der natürlichen Entwicklung Raum zu geben.

Für den Erfolg des Waldumbau entscheidend ist ein angepasstes jagdliches Management. Diskutiert wurde die Möglichkeit, dass die Waldgenossenschaft Plankenfels die Jagd künftig in Eigenregie übernimmt. Dadurch könnte die Bejagung des Rehwildes besser auf die waldbaulichen Erfordernisse abgestimmt werden.

Abgerundet wurde die Exkursion durch die Vorstellung der neuen, plastik- und schadstofffreien Schutzhüllen „Dendron“, die als Verbiss- und Fegeschutz für Jungpflanzen dienen.

Bericht: Gregor Aas
Fotos: Marianne Lauerer


Ordentlich schlampig im Wald – Neue Herangehensweisen bei der Waldbewirtschaftung

Halbtages-Exkursion zusammen mit dem Regionalmanagement Stadt und Landkreis Bayreuth

Rund 30 Personen, überwiegend Waldbesitzende, trafen sich am Samstag, den 5. Juli 2025, zu einer Exkursion in die Wälder der Aufseß´schen Forstverwaltung nahe Aufseß in der Nördlichen Frankenalb. Thema war die Frage, welche Vor- und Nachteile eine Waldbewirtschaftung hat, die nicht den „ordentlich aufgeräumten“ Wald zum Ziel hat, so wie er früher als ideal angesehen wurde.

Lars Andersen, der für die Waldungen vor Ort zuständige Förster, erläuterte die Bedeutung, die Totholz in allen Zerfallsstadien für die Biodiversität im Wald hat. Dabei betonte er, dass eine hohe biologische Vielfalt auch wirtschaftlich von Vorteil ist, da sie die Wälder resistenter und resilienter gegenüber Störungen machen kann.

Konkret wurde an einem beeindruckenden Waldbild mit reichlich Totholz durch vom Borkenkäfer abgestorbenen Fichten und vom Sturm geworfenen Altbuchen diskutiert, wie hier zum einen die Belange des Natur- und Artenschutzes und zum anderen die waldbaulichen Herausforderungen des Waldumbaus in Zeiten des Klimawandels sowie die wirtschaftlichen Interessen der Waldbesitzenden in Einklang gebracht werden können.

Bericht und Fotos: Gregor Aas


Waldschäden & Wiederbewaldung: Tagesexkursion in den Frankenwald

Thema einer Exkursion am Sonntag, den 25. Mai 2025, waren die immensen Waldschäden im Frankenwald und die Frage, wie eine Wiederbewaldung und der Aufbau gemischter, an zukünftige Klimabedingungen angepasster Wälder gelingen kann. Rund 40 waldbegeisterte Personen haben teilgenommen, darunter Privatwaldbesitzende, Forstleute, Wissenschaftler und Studierende. Die fachliche Leitung hatten unser Vereinsmitglieder Ottmar Ruppert und Gregor Aas.

Das Ausmaß der Schäden, tausende von Hektar kahle Waldflächen, konnte die Gruppe trotz Regen und Nebel am Rennsteig erleben. Vorgestellt wurde ein Versuch zur Verjüngung auf Freiflächen mittels Saat verschiedener Baumarten. Intensiv diskutiert wurde das Potenzial der Naturverjüngung auf diesen Flächen und welche Bedeutung hier der Bejagung des Rehwildes zukommt.

Chancen und Risiken des Anbaus nicht-heimischer Baumarten in Zeiten des Klimawandels war an einem weiteren Standort das Thema. Ein kleiner Altbestand der Westlichen Hemlock (Tsuga heterophylla), einer nordamerikanischen Baumart, die hier schon vor etwa 90 Jahren angepflanzt wurde, verjüngt sich mittlerweile natürlich und sehr stark.

Den Abschluss der Exkursion bildete ein Rundgang durch den von der Bayerischen Forstverwaltung angelegten Wiederbewaldungsparcour im Pressiger Ortsteil Förtschendorf. Auf 16 Teilflächen wurden hier unterschiedliche Baumartenkombinationen gepflanzt und mit Flächen mit Naturverjüngung verglichen. Ottmar Ruppert, der an der Konzeption und der Gestaltung dieser Flächen beteiligt war, stellte der Exkursionsgruppe die Idee und die Umsetzung vor – bei mittlerweile nachlassendem Regen.

Bericht: Gregor Aas
Fotos: Marianne Lauerer


Nachhaltiger Waldumbau – Beispielprojekt Weitramsdorf

Am Samstag, den 29. März 2025 fand in Weitramsdorf bei Coburg im Rahmen des boden:ständig Projektes eine Infoveranstaltung und Schulung für Waldbesitzende statt. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Amt für Ländliche Entwicklung Oberfranken und dem GeoTeam Bayreuth, der WBV Coburger Land und der Waldkorporation Weitramsdorf. Die fachliche Leitung hatte das Forum Zukunftswald e.V. mit Ottmar Ruppert und Gregor Aas.
Folgende Themen wurden vor Ort im Wald behandelt:

Diskussion, wie Verjüngung unter Schirm in einem Altbestand aus Fichte und Kiefer möglich ist (Vorgehen und Baumartenwahl)

Diskussion zur Verjüngung auf einer Borkenkäfer-Schadfläche (Flächenvorbereitung, standortgerechte Baumartenwahl in Zeiten des Klimawandels, Potenzial der Naturverjüngung)

Praxis-Übung zur Pflege (Durchforstung) in einem Jungbestand (Schwarzerle mit Weißtanne)

Bericht und Fotos: Gregor Aas